Prof. Paul H E Y

deutscher Maler, Grafiker und Illustrator

* am 19. Oktober 1867 in München
† 14. Oktober 1952 in Gauting

 

Schüler der Münchner Akademie bei Karl Raupp, Johann Caspar Herterich und Ludwig von Löfftz, auch Schüler Heinrich von Zügels.

Um 1900 zeichnete er für den Münchner Verleger Ottmar Zieher Bildpostkarten, wie auch andere bekannte Grafiker seiner Zeit, so zum Beispiel Zeno Diemer und Heinrich Kley.

Hey erarbeitete sich einen eigenen Stil. Er legte den Hauptnachdruck auf poesievolle Schilderung, zeichnete poetische, wirklichkeitsnahe Grafiken von alten Objekten, illustrierte Volkslieder und Märchen. Im Gegenständlichen Altmodisches liebend, bei der künstlerischen Gestaltung  auf selbstständigem, eindringlichen Naturstudium aufbauend, gelangte er zu einem eigenartigen Stil im Volksliederton. Mitte der 1930er illustrierte er zum Beispiel das Volksliederalbum von Kathreiner. Hey zeichnete sich durch innige Verbundenheit mit Natur und Mensch aus. Er gilt als Maler des deutschen Gemüts.

Große Bekanntheit erzielte Paul Hey mit seinen Illustrationen für die Deutschen Märchen als Serie von Zigarettensammelbildern im Auftrag von Reemtsma. Das Sammelalbum erschien 1939 mit rund 100 Illustrationen. Das Sammelalbum enthielt die abgedruckten Märchen und war mit einem Preis von einer Reichsmark für jedermann erschwinglich. Die Bilder zu den Märchen gab es jeweils beim Kauf einer Schachtel Zigaretten.

1940 erschienen Andersens Märchen im Stuttgarter Thienemanns-Verlag mit vier Farbtafeln und zahlreichen von Paul Hey gezeichneten Illustrationen, die auch in den 1990ern in wiederholter Auflage erschienen.

Im Münchener Ackermanns Kunstverlag erschienen mehrere Kalender mit Postkarten von Paul Hey.

Studienreisen nach Italien, Griechenland, Ägypten, England und Schottland.

Beschickte seit 1896 den Münchner Glaspalast, seit 1903 auch die Gr. Berliner K.-A.

In Gauting nahe München lebend, wurden dort die Paul-Hey-Straße und die Paul-Hey-Hauptschule nach ihm benannt. Er starb 1952 an seinem Wohnort.

Paul Hey war laut Zeitzeugen ein sogenannter "guter" Mensch, liebenswürdig und gutmütig, jedoch kritisch und, wie jeder Künstler, von Selbstzweifeln geplagt. Seine Kunst war zu Lebzeiten bereits altmodisch, was ihn sehr kränkte, ihn jedoch stur an seinem künstlerischen Ideal festhalten ließ.